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  Die 9a auf Exkursion zum Landtag Hannover

 
Kategorie: Neuigkeiten Artikel vom 2010-02-04 13:28:38 Autor: hueb  
 

Die 9a auf Exkursion zum Landtag Hannover

- von der Schuldenuhr bis zum Augenverdrehen -

 

Von Pauline Mellenthin und Laura Zielinski

 

Die Besichtigung des niedersächsischen Landtags begann mit einem Film über Abgeordnete in Schweineställen, Nachbarn von Klassenkameraden und verwirrenden Kartenspielen von verschiedenen Parteien. Die größte Frechheit war dann allerdings unser Konkurrenz-Gymnasium als Drehort!

 

Weiter ging es mit einer Power-Point-Präsentation über die Geschichte des Landtages, der übrigens im Leineschloss untergebracht ist, das früher Könige beherbergte. Im zweiten Weltkrieg wurde es fast vollständig zerstört und nach dem Wiederaufbau als Landtag genutzt. Die Führung startete sehr sportlich (200 Treppenstufen und mehr...). Als wir endlich im Fraktionsraum der CDU ankamen, blieb uns das Herz fast stehen, als wir die Schuldenuhr Niedersachsen sahen: Die Schulden des Bundeslandes steigen pro Sekunde um 105 €!!! Die Schulden in Milliardenhöhe (aktuell ungefähr 54 Milliarden €) haben uns dann so fasziniert, dass wir ein Foto von uns davor machten. Der Fraktionsraum der SPD war weniger spannend, bis auf ein riesiges rotes Bild und eine (verstaubte) Statue von Willy Brandt gab es nicht viel zu sehen.

 

Im Raum für die Ausschüsse fiel es uns schwer den Keksen an den leeren Kaffeetassen zu widerstehen und stattdessen zuzuhören, was so ein Ausschuss überhaupt ist. Die letzte Station unserer Besichtigung war das (fensterlose) Plenum, in dem schon einige Diskussionen geführt wurden. Es wurde sogar schon so heftig diskutiert, dass die Mikrophone ausgestellt werden mussten. Wir nahmen stolz auf den Plätzen der Abgeordneten Platz und uns wurde erzählt, wer wo sitzt und was eigentlich im Plenum gemacht wird. Wir erfuhren unter anderem, dass es keine Fenster gibt, weil früher nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit getagt wurde.

 

Aber so richtig spannend wurde es erst, als zwei Abgeordnete aus unserem Wahlkreis kamen: Herr Perli, 27 Jahre alt, vertritt die Partei Die Linke und ist der oben erwähnte Nachbar eines Mitschülers. Außerdem besuchte er das Gymnasium im Schloss, weshalb dort Teile des Landtagsfilms gedreht wurden. Herr Oesterhelweg ist 49 Jahre alt und für die CDU im niedersächsischen Landtag. Die beiden hätten nicht verschiedener sein können (nicht nur was das Alter angeht). Während wir unsere Fragen stellten, hatte man das Gefühl, dass der junge Herr Perli sich immer mehr auf unsere Seite schlug. Herr Oesterhelweg dagegen vertrat standhaft eine andere Meinung, die den meisten von uns nicht gefiel. So ist er zum Beispiel ein großer Fan von Kopfnoten, die Herr Perli als „Kopfschuss" bezeichnete. Das Gespräch wurde immer mehr zur heißen Diskussion zwischen den Abgeordneten, in der es zu Augenverdrehern und Vorwürfen kam. Als Herr Oesterhelweg auch noch behauptete, er habe in unserem Alter weit (!) über 30 Schulstunden gehabt, musste unser Lehrer Herr Teevs ein Machtwort sprechen: Kein Neuntklässler habe in den achtziger Jahren 35 Pflichtstunden gehabt.

 

Am Ende hatten wir beide das Gefühl, Herr Perli hatte sich das Ziel gesetzt, ein paar (junge) Wähler für Die Linke zu bekommen.

 

Alles in allem war es ein spannender, lustiger und lehrreicher Ausflug!